Aus der Orts- und Schulchronik von Biskirchen
Oktober 1916

Hermann Wilhelm Volk (2. Masch.Gew.Komp.Res.Inf.Rgt.91) erhielt am 15. Okt. 1916 das Eiserne Kreuz II. Kl. – am 1. Okt. 1916 war er zum Unteroffizier befördert worden.

Mit der Fruchternte konnte man in diesem Jahre recht zufrieden sein, die Kartoffelernte aber war zum Teil gering. Das Kernobst brachte eine weniger gute Ernte, dagegen hatten wir im Jahre 1916 eine überaus reiche Zwetschenernte, und die Preise für dieses Obst stiegen ganz gewaltig, wurden doch für 1 Ltr. Zwetschen 10 M bezahlt, manche Leute lösten 100 ja 200 M. Ein Teil der Zwetschen wurde auch zu Honig gekocht.
Im Herbst sammelten die Schulkinder fleißig Bucheckern. ¼ des gesammelten Betrages bis zu 25 kg konnte der Sammler behalten. 25 kg geben 4-5 Kg Öl. Das daraus gewonnene Öl war für das fehlende Fett ein sehr wertvoller Ersatz. Auch viel Raps und andere Ölpflanzen bauten die Landleute in diesem Jahre, die Erträge waren durchweg gut.
Am 16. Januar 1917 erhielt ich für die abgelieferten Bucheckern 9,90 M. An der Sammlung hatten sich 70 Kinder beteiligt, jedes Kind bekam 14 Pf. 10 Pf Überschuß legte ich in die Schulsparkasse.

Wie bei der 4. so beteiligten sich unsere Schulinder auch bei der 5. Kriegsanleihe. Sie zeichneten meist in kleineren Beträgen 1374 M. Am 23. Okt. hatten die Kinder einen schulfreien Tag.
Privatschlachtungen waren erlaubt, der Eigentümer mußte aber das Schwein mindestens 4 Wochen in seiner eigenen Wirtschaft gefüttert haben. Zur Hindenburgspende konnte jede Haushaltung, die geschlachtet hatte, einige Pfund Speck freiwillig abgeben. Diese Spende sollten unseren braven Kriegern zugute kommen.