Aus der Orts- und Schulchronik von Biskirchen
Januar 1917

Am 3. Januar mußten sich folgende Rekruten stellen:
Albert Hennche, Albert Weber und Wilhelm Becker.
Sie kamen zu ihrer Ausbildung zuerst nach Darmstadt zum Inf.Rgt.118 und später nach dem Lager Wegscheide bei Bad Orb zum Inf.Rgt.No88.
Albert Walter, Sohn von Gastwirt Heinrich Walter, wurde am 6. Januar mit dem Eis. Kreuz II. Kl. ausgezeichnet.
Wilhelm Bremond, Sohn von Heinrich Bremond war am 16. Sept. 1916 verwundet worden. Nach seiner Heilung kam er nach Königsberg zum Ersatz Batl., und am 8. Jan. 1917 rückte er wieder ins Feld.
Landsturmmann Jakob Zutt (Inf.Rgt.Nr.249) rückte am 9. Januar ins Feld aus. Er war am 11. Sept. 1916 zum Heeresdienst eingerufen worden.

Oberprimaner Eduard Gruhn, Sohn von Sup. Gruhn, stellte sich am 9. Januar 1917 beim 1. Garde Res.Regt. zu Fuß in Berlin-Weißensee. Das Regiment rückte am 26. Februar 17 ins Feld-Rekrutendepot nach Frankreich aus. Er befindet sich jetzt bei der 1. Garde Res.Div., Rekrutenkomp. 1b.
Adolf Oberding meldete sich freiwillig nach Weißenfels. Am 13. Januar 1917 zog er ins Feld und wurde dem Inf.Rgt.Nr.368 zugeteilt.>br>
Den Heldentod fürs Vaterland starb am 14. Januar 1917 der Muskatier Jakob Jakob auf dem östlichen Kriegsschauplatz. Er ist der einzige Sohn der Witwe Moses Jakob, die nun ihrer Stütze beraubt ist.

Der hiesige II. Lehrer Karl Grigat wurde am 22. Januar 1917 entlassen und bis zum 31.3.1917 vom Heeresdienste befreit zur Aufnahme seiner früheren Tätigkeit als Lehrer in Biskirchen. Er war am 20.7.15 zum Heeresdienste einberufen worden und kam nach Gießen ins Landst.Inf.Rekr.Depot. Am 13.8.15 wurde er dem Landst.Inf.Ers.Batl. III Darmstadt zugeteilt und vom 24.9.15 dem II. Ers.Batl.Inf.Regt.116 Darmstadt überwiesen.
Am 28.9.15 kam er auf den westlichen Kriegsschauplatz zum Res.Inf.Regt.80 und wurde am 8.8.16 in der Schlacht bei Verdun verwundet (Gewehrschuß im Oberarm links und Bruststreifschuß).
Nachmusterung am 27.3.1917: kw. Inf.

Der Monat Januar brachte uns sehr starke Kälte, die bis Mitte Februar anhielt. Am 26. Januar sank das Thermometer auf 23 Grad. Durch die nun anhaltende kalt-nasse Witterung bekamen wir ein spätes Frühjahr. Mitte April find es endlich an, warm zu werden, und nun kam alles mit Macht heraus. Auch der Blütenansatz namentlich des Kernobstes war ein sehr reichlicher.