Infanterie-Regt. Hamburg Nr.76
Henrik ist nicht nur unser nördlichster Eckpfeiler in unserer IG, sondern er verkörpert auch das typische Nordlicht, den er ist ein sprichwörtlich nüchterner hanseatischer Pfeffersack.
Nichtsdestotrotz sind wir froh, dass er mit seiner sehr kameradschaftlichen Art unsere Reihen füllt.
Henrik hat dieses Regiment gewählt, weil drei Angehörige seiner Familie in diesem Regiment gedient hatten.


Linkes Bild: Der Einjährig Freiwillige noch im "Bunten Rock"


Rechtes Bild: Im Sturmanzug 1918
 
In Memoriam, meinem Ur-Großvater,meinem Großonkel und meinem Vater, die alle im IR 76 zwischen 1885 und 1944 gedient haben.


Geschichte
Das IR 76 wurde ursprünglich am 30.10.1866  in Bromberg aufgestellt aus Stämmen der
2., 14., 15. Komp. des IR 9,   2tes Pomm. Grenad.-Regt. (Colberg) und der
9., 13., 14. Komp. des IR 21, 4tes Pomm. Inf.-Regt. sowie der
2., 14., 15. Komp. des IR 49, 6tes Pomm. Inf.-Regt. und  der
7., 13., 15. Komp. des IR 61, 8tes Pomm. Inf.-Regt.
Am  21.11.1866 Übernahme von Rekruten des ehemaligen Kgl. Han. 1. und 2. Inf.-Regts.br> Am 1.10.1867 wurden gemäß der Konvention vom 27.6.1867 Mannschaften und Uffz. der aufgelösten  Bat. Hamburgs u. Lübecks in das Regt. übernommen.

Folgende Stämme wurden später wieder abgegeben:
1.4.1881 8. Komp. an das IR 128
1.4.1887 12. Komp. an das IR 137 nach Hagenau
1.4.1897 wurde das III Bat. als II. Bat. an das IR 162 nach Lübeck abgegeben.
Ein neues III. Bat. wurde aus dem Halbbat. des IR 75 & 76 gebildet.

Im 1. Weltkrieg wurde auch ein Reserve Infanterieregiment 76 sowie das Landwehr Regiment 76 und das 2. Landsturm Infanterie Bataillon Hamburg des IX AK´s aufgestellt

Soldaten des  2. Landsturmbat. Hamburg am 19.05.1918
Im Dezember 1919 wurde das Infanterie Regiment 76 in Hamburg aufgelöst.

Nach dem 11. November 1918 bildeten sich aus ehemaligen Soldaten des Regiments die Stämme für einige Freikorps die in den unruhigen Zeiten der Weimarer Republik gegen die kommunistischen Verbände  kämpften. Das „Bataillon Hamburg“ im Baltikum und in Hamburg bildeten sich die „Einwohnerwehr Hamburg“, das „Freikorps Bahrenfeld“, das „Zeitfreiwilligenkorps Bahrenfeld“ und die „Freiwilligen-Division von Lettow-Vorbeck“.
In Norddeutschland gab es noch diverse andere Freikorps in denen ehemalige 76er dienten, wie das  Freikorps „Schwarze Jäger“, die „Zeitfreiwilligen Eskadron des 11.Husaren Regiments“, das „Freikorps Schleswig-Holstein“ und die „Freiwilligen–Ulanen-Eskadron Leoprechting“.
Diese Formationen wurden aber alle gemäß den Bedingungen des Versailler Vertrages bis April 1920 wieder aufgelöst.

Am 12.10.1937 wurde das IR 76 in Hamburg-Rahlstedt wieder neu aufgestellt
Am 15.10.1942 wurde das Regiment in Grenadier Regiment (mot) 76 umbenannt und am 01.12.1944 in Panzer-Grenadier-Regiment 76.

Standorte:
1866 Stab, I. u. II. in Hannover, Füsiliere in Hameln
1867 Stab, I. u. II. in Hamburg, Füsiliere in Lübeck
1897-1919 Stab, I,II,III in Hamburg
1937-45 Hamburg Rahlstedt

Kommandeure:
  • 1866 von Conta
  • 1870 von Neumann
  • 1871 von Boehn
  • 1876 von Streccius
  • 1883 Frhr. von Gayl
  • 1888 von Klitzing
  • 1890 von Prittwitz u. Gaffron
  • 1894 Baron de la Motte Fouqué
  • 1897 von Boehn
  • 1901 von Dassel
  • 1903 von Ramdohr
  • 1909 von Frankenberg und Ludwigsdorf
  • 1912 Frhr. von Lützwitz
  • 1914 Graf von der Goltz
  • 1914 von Stein Liebenstein
  • 1914 von Burstein
  • 1917 Dürr
  • 1918 Zeaka
  • 1919 Koenemann
  • 1937 Oberst Reinhardt
  • 1939 Oberst Gollnick
  • 1941 Oberstleutnant Lemmel
  • 1941 Oberst Graf von Schwerin

Schlachten & Gefechte:
1870/71 gegen Frankreich
  • 01.09.70 - 09.09.70Einschließung von Metz
  • 12.09.70 - 18.09.70Belagerung von Toul
  • 10.10.70 - 08.11.70Einschl. von Paris
  • 17.11.70Dreux
  • 21.11.70La Madelaine Bouvet
  • 02.12.70Loigny-Poupry
  • 03.12.70 - 04.12.70Orleans
  • 07.12.70Meung
  • 08.12.70 - 10.12.70Beaugeny-Cravant
  • 14.12.70 - 15.12.70Fréteval
  • 08.01.71Vibraye
  • 09.01.71Conneré
  • 10.01.71 - 12.01.71Le Mans

1900 Boxeraufstand in China
Ein Freiwilliger des Reg. ist im Expeditionskorps gefallen

1904/1906 Aufstand in Dt.-Süd-West-Afrika
5 Freiwillige des Regts. sind im Expeditionskorps verwundet worden und 1 ist gefallen.

1914/18
Nach dem Vormarsch durch Belgien und Frankreich kämpfte das Regiment den ganzen Krieg über nur im Westen.
1914: Mons, St. Quentin, Marneschlacht,
1915: Les Eparges, Artoin, Arras,
1916: an der Somme (ist das II Batt. vernichtet worden), Mano-Höhen,
1917: an der Somme, Siegfriedstellung, Arras,
      Flandern (hier wurde fast das ganze Regiment vernichtet so daß das Regiment nach der Schlacht nur noch
      eine Kopfstärke von 138 Mann hatte) an der Maas und Mosel, Cambrai,
1918: Kaiserschlacht, Bapaume, Arras, Albert, Monchy, Lens, Hermanstellung, Antwerpen-Maas Stellung.

Insgesamt dienten 19.899 Mann im Laufe des Krieges im Regiment. Von den über 3.000 Mann des Infanterieregimentes 76 die August 1914 in den Krieg zogen, überlebten nur 647 den Krieg.

1939/45
Das Regiment nahm am Polenfeldzug sowie am Frankreichfeldzug teil und wurde ab 1941an der Ostfront eingesetzt.

Uniform & Ausrüstung
Das Regiment war ganz nach dem preußischen Reglement ausgerüstet und ausgebildet und machte als solches auch alle Veränderungen in der Ausrüstung und Uniformierung mit.  Da bedeutet, da das Regiment zum IX Armeekorps gehörte, daß es  an der blauen Uniform weiße Schulterklappen mit einer roten 76 als Regimentsnummer sowie gelbe Vorstöße an den Aufschlagspatten trug.
Die Uniformierung unterschied sich nur dadurch, daß an der Mütze und am Lederhelm anstatt der preußischen Kokarde das Hanseatenkreuz getragen wurde (Konvention vom 23.07.1867) und auf dem Eisernen Kreuz des Helmbleches der Reserve- und Landwehreinheiten der Hanseaten stand nur „Mit Gott fürs Vaterland“.
An der feldgrauen Uniform hatten die Schulterklappen die weiße Paspelierungen des IX AK´s
Bewaffnung  Alle Standardwaffen des dt. Heeres wie z.B.
als Langwaffen: das Zündnadelgewehr, Infanteriegewehr  Mod. 71, Infanteriegewehr Mod. 71/84, Gewehr 88 und ab 1907 Gewehr 98 und 98a sowie die dazugehörigen Blankwaffen.
Kurzwaffen: Revolver M 79, Reichsrevolver M79/83, Revolver M 83, Pistole 08, (im 1.WK auch Pistole C96)
Maschinenwaffen: das  Maschinengewehr 08 und 08/15 sowie die Maschinenpistole M 18 (BergmannMP18/I).